Ausübung der Geschäftstätigkeit
in Polen

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Schnell expandierende Wirtschaft

Seit 1990 geht Polen seinen Weg der wirtschaftlichen Liberalisierung und zurzeit gilt es als Vorbild für den erfolgreichen wirtschaftlichen Systemwandel. Polen ist die sechstgrößte Wirtschaft der Europäischen Union und eine der am schnellsten expandierenden Wirtschaften Mitteleuropas. Als der einzige EU-Mitgliedsstaat hat es keine durch die neuliche Wirtschaftskrise bedingte Verringerung des Bruttoinlandprodukts verzeichnet. 2009 entwickelte sich die polnische Wirtschaft am schnellsten unter allen EU-Mitgliedsstaaten.

Sechsgrößter EU-Mitgliedsstaat in Bezug auf die Einwohnerzahl

Die Gesamtfläche Polens beträgt 312.600 km² und somit ist es das neungrößte Land Europas. Mit 38 Millionen Einwohnern hat Polen dagegen die sechstgrößte Bevölkerung unter den EU-Mitgliedsstaaten.

Regierung

Polen ist eine Demokratie mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Der Präsident wird vom Volk alle fünf Jahre gewählt. Der Ministerrat geführt von einem Ministerpräsidenten steht im Mittelpunkt der Regierungsstruktur und der exekutiven Befugnisse. Der Präsident ernennt das Kabinett nach den Vorschlägen des Ministerpräsidenten, in der Regel von der gebildeten Mehrheitskoalition im Parlament (Sejm). Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Parlament.

Stabiles politisches System

Polen ist ein demokratischer Staat, an dessen Spitze der Staatspräsident steht, der in allgemeinen Wahlen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird. Die Exekutive wird vom Ministerrat mit dem Ministerpräsidenten als seinem Vorsitzenden ausgeführt. Die Legislative liegt beim Zwei-Kammer-Parlament.

Großes Personalpotential

Die Polen sind eine der am besten ausgebildeten Gesellschaften Europas. Zurzeit studieren an 120 öffentlichen und 300 nicht öffentlichen Hochschulen zwei Millionen junge Polen, was fast die Hälfte der Bevölkerung in dem betroffenen Alter ausmacht. Eine junge, gut ausgebildete und ehrgeizige Gesellschaft ist Polens größter Vorteil – seine kreativen, stark motivierten Arbeitskräfte bilden eine vortreffliche Basis für Gewerbebetreibung.

Entwickelte Finanz- und Kapitalmärkte

In Polen gibt es gut entwickelte Finanzmärkte und ein funktionsfähiges, sicheres Bankensystem. Die Warschauer Wertpapierbörse (GPW) gilt als der offizielle Kapitalmarkt Polens. Eine Alternative dafür bilden einige kleinere Märkte. Im Juli 2010 wurden an der GPW 386 Gesellschaften notiert, darunter immer mehr ausländische Gesellschaften, welche das im Warschauer Börsendebüt liegende Entwicklungspotential in Anspruch genommen haben.

Die beliebteste Form der Geschäftstätigkeit

Die Gründung eines Unternehmens ist in Polen ziemlich einfach. In Praxis ist spółka z ograniczoną odpowiedzialnością (Abk. Sp. z o.o., d. h. die nach dem polnischen Recht gegründete Gesellschaft mit beschränkter Haftung) die am meisten verbreitete Organisationsform unter inländischen und ausländischen Investoren, die eine Geschäftstätigkeit in Polen aufnehmen. Das Stammkapital einer Sp. z o.o. muss mindestens 5000 PLN betragen. Die Stammeinlagen einer Sp. z o.o. sind vor ihrer Eintragung ins Handelsregister zu leisten. Darüber hinaus kann man die bereits errichtete Sp. z o.o. erwerben, die in einigen Tagen für die Aufnahme der Tätigkeit bereit ist.

Rechnungslegung

Die polnischen Rechnungslegungsstandards werden zur Anpassung der buchhalterischen Vorgehensweise in Polen an die Internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS) wesentlich geändert. Wegen der zahlreichen IFRS-Änderungen kommen jedoch zwischen den polnischen und internationalen Standards immer noch einige Unterschiede vor. Die Bucheintragungen müssen in polnischer Sprache erfolgen und in polnischer Währung ausgedruckt werden. Dieser Grundsatz gilt auch für Abschlüsse. Der gesetzlichen Prüfungspflicht unterliegen alle nach dem polnischen Recht errichteten Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung, wenn folgende Kriterien erfüllt sind: a) die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer in dem zu prüfenden Jahr ist größer als 50. b) Bilanzsumme ist größer als 2.5 Mio. Euro c) Umsatz zzgl. Finanzeinnahmen ist größer als 5 Mio. Euro.

Niedrige Arbeitskosten

Die Arbeitskosten sind in Polen bis zu viermal niedriger als bei den am höchsten entwickelten EU-Wirtschaften, jedoch gelten hier die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge als eine hohe Belastung. Polnische Arbeitnehmer müssen für jedes an den Arbeitnehmer ausgezahlte Euro jeweils ca. 0,67 Euro Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführen. Sie sind verpflichtet, für die Arbeitgeber monatliche Einkommensteuer-Vorauszahlungen sowie Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge zu berechnen und abzuführen. Für jeweils 12 gearbeitete Monate haben die Beschäftigten den Anspruch auf den bezahlten Erholungsurlaub von fast vier Wochen.

Körperschaftsteuer

Der Steuersatz der Körperschaftsteuer ist in Polen einheitlich und beträgt 19 Prozent. Die ausländischen Kapitalgesellschaften mit den im polnischen Handelsregister eingetragenen Zweigniederlassungen oder der Geschäftsleitung in Polen sind hier auf alle ihre Einkünfte körperschaftsteuerpflichtig. Die ausländischen Kapitalgesellschaften ohne die im polnischen Handelsregister eingetragenen Zweigniederlassungen bzw. der Geschäftsleitung in unserem Land sind in Polen nur auf die in diesem Gebiet erzielten Einkünfte körperschaftsteuerpflichtig. Jeden Monat sind von den Steuerpflichtigen die Steuervorauszahlungen abzuführen und jedes Jahr die Steuererklärungen CIT-8 an das zuständige Finanzamt in Polen einzureichen.

Gemäß den polnischen Rechtsvorschriften beträgt der Quellensteuersatz (QSt) 20 Prozent, man kann jedoch eine Freistellung auf Grund des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) beantragen. Die durch polnische Gesellschaften an ausländische Gesellschaften ausgeschütteten Dividenden werden mit einem Quellensteuersatz von 19 Prozent besteuert. Auch in diesem Fall kann man aufgrund von einem DBA, dessen Partei Polen ist, eine Ermäßigung des Quellensteuersatzes erzielen. Das Doppelbesteuerungsabkommen wurde durch Polen mit fast 80 Staaten abgeschlossen.

Umsatzsteuer

Der Grundsteuersatz der Umsatzsteuer beträgt in Polen 23 Prozent und bezieht sich auf die meisten Waren und Dienstleistungen. Die meisten Lebensmittel, pharmazeutische und medizinische Erzeugnisse, Verpflegungs-Hotel- uns Transportdienstleistungen, sowie Wohnungsbau, Zeitschriften und Zeitungen werden zu einem Vorzugssatz von acht Prozent besteuert. Der ermäßigte Steuersatz ist auf unverarbeitete Nahrungsmittel und Bücher anzuwenden. Die auf eine entgeltliche Abnahme einer Lieferung oder sonstigen Leistung erhobene Steuer kann von der auf die Ausführung einer Lieferung oder sonstigen Leistung einbehaltenen Steuer abgezogen werden, welche in Steuervoranmeldungen ausgewiesen wird und somit fällig ist..

Beschränkungen

Wegen EU-Mitgliedschaft gibt es in Polen für ausländische Unternehmen keine bedeutenden Beschränkungen bei Aufnahme der Geschäftstätigkeit.